Garantiedauer beachten, weil Mängel es in sich haben.

Baumängel haben es in sich, das zeigen auch die Statistiken. Bauherren tun gut daran, bei der Bauabnahme einen Spezialisten zu Rate zu ziehen. Verpasste Mängelfristen können einen teuer zu stehen kommen. Das muss nicht sein.

Sobald wir einen Kauf abgeschlossen haben, beginnt die Garantiefrist. Dabei ist es wichtig, den Garantieschein genau zu lesen, um informiert zu sein. Was ist inbegriffen, was nicht und wie lange gilt die Garantie? Aufgepasst: Wer beim Grossverteiler einkauft, erhält oft eine Kaufquittung, die auch gleich als Garantiebeleg gilt. Wichtig: Diese Quittung sollte man unbedingt kopieren, weil der Druck oft schlecht ist und bis Garantieende eventuell nicht mehr lesbar. Bei Artikeln des täglichen Bedarfs mag uns das nicht stören. Doch bei allem, was wichtig ist, was lange halten soll und ganz besonders bei teuren Sachen, sind Garantie und Beweisbarkeit sehr wichtig. Zum Beispiel beim Hausbau.

Papier, Plan und Realität: Mängel entstehen in der Realität und müssen erkannt und dokumentiert werden.

Mängel sind auf Plänen nicht erkennbar und manchmal auch in der Realität nicht. Darum ist die Bauabnahme enorm wichtig.

Die SIA-Norm 118

Nach der SIA-Norm (schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein) haftet der Unternehmer dafür, dass sein Werk keine Mängel aufweist. Das klingt auf den ersten Blick logisch. Doch ein Blick auf eine Studie des Baumeisterverbandes aus dem Jahre 2013 zeigt, dass von den Bauinvestitionen von rund 1 636 Milliarden rund acht Prozent für Mängelbehebung aufgewendet wurden. Werfen wir einen Blick auf die häufigsten Schäden:

  • 60 Prozent der Mängel betreffen die Wasserdichtigkeit der Gebäudehülle
  • 60 Prozent sind Ausführungsmängel, 20 Prozent sind Planungsfehler, 6 Prozent sind Bauleitungsfehler.

(Quelle: Baumangel.ch)

Wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Wo verschiedene Firmen sich absprechen müssen, noch mehr

Grundsätzlich gilt: Fehler passieren. Doch viel wichtiger ist die Frage, wie sie vermieden werden können. Denn Komplexität und Zeitdruck können eine ungeahnte Herausforderung bedeuten. Wir werfen einen Blick auf eine Baustelle. Was sofort auffällt, sind die Arbeiter aus verschiedenen Ländern. Unsere Kultur ist vielfältiger geworden. Was in unserer als selbstverständlich gilt, kann in einer anderen eine völlig andere Bedeutung haben.

Ein Beispiel: Wenn man einen Japaner zum Abendessen einlädt, sagt er «Ja». Das heisst für ihn, dass er unsere Einladung zur Kenntnis genommen hat. Kommen wird er nicht. Ausser man sendet ihm eine Bitte hinterher, in der man schreibt «Bitte komm zu mir nach Hause. Passt es dir um 18.30 Uhr?» (aus dem Sachbuch «Humble Inquiry» von Edgar Schein).

Auf einer Baustelle arbeiten vermutlich kaum Japaner. Dafür Menschen aus andern Ländern mit ebenso unterschiedlichen Kulturen. Die Fehlerquote wird zudem (für jede Kultur!) noch erhöht, wenn der Leistungsdruck hoch ist und der Termin knapp bemessen. Eine klare und auch kulturell orientierte Kommunikation der Bauführung ist enorm wichtig – und eine grosse Kunst.

Obiges Beispiel ist nur ein Grund, warum Baumängel entstehen können. Die verschiedenen Kulturen sollen mit diesem Beispiel nicht angeschwärzt werden. Es geht darum, aufzuzeigen, wie schnell etwas schiefgehen kann. Und nicht entdeckte Baumängel werden für Bauherren teuer. Darum sind gute Planung und sorgfältige Kontrolle angesagt. Und es einen erfahrenen Spezialisten bei der Bauabnahme. Er kennt nicht nur die gesetzlichen Normen gut, sondern achtet auch auf versteckte Mängel – denn die sind die gefährlichsten…