Gebäudesanierung: Besser früh als spät; besser teurer als günstig

Nicht nur Silber, Gold und Bronze gelten als Kostbarkeiten. Auch Beton ist in jeder Schatztruhe gern gesehen – Betongold versteht sich. Zum Beweis: Noch immer gelten Immobilien als die stabilste Wertanlage. Selbst in Krisenzeiten stehen sie uns treu zu Diensten. Umso mehr Liebe und Pflege haben sich diese Betonschätze verdient – insbesondere die Fassade. Denn wie heisst es so schön: Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Aber was gehört zu einer Gebäudesanierung eigentlich dazu, wie viel darf sie kosten und warum lohnt sich ein professionelles Immobiliengutachten?

Die Themen in diesem Artikel im Überblick:

Gebäudesanierung: Besser früh als spät; besser teurer als günstig

Gebäudesanierung: Besser früh als spät; besser teurer als günstig

Gebäudesanierung: Besser früh als spät; besser teurer als günstig

Investitionsbedarf: Welche Schwachstellen treten in der Gebäudehülle am häufigsten auf?

Die Gebäudehülle ist zwar nicht aus Zucker, aber leider auch nicht unantastbar. Im Laufe der Zeit setzen ihr Sturm, Starkregen, Hagel, Frost, Hitze und Kälte extrem zu. Nur wo ist die Fassade am anfälligsten für Mängel? Wie wäre es mit einer kleinen Übersicht?

  • Besonders gefürchtet sind Wärmebrücken, die Kondensatschäden im Mauerwerk nach sich ziehen.
  • Genauso teuer zu stehen kommt den Eigentümer ein durchnässtes Mauerwerk im Bauzustand.
  • Ein falscher Putzaufbau wird sich früher oder später rächen.
  • Eine weitere Kostenfalle sind falsche Aussenanstriche sowie ein mangelhaftes Wärmeverbundsystem.
  • Ebenfalls mit Vorsicht zu geniessen sind frostanfällige Aussenmaterialien.

Welcher Zeitpunkt ist der richtige?

Gebäudesanierung: besser früh als spät

Kennen Sie das Sprichwort: Wer ausruht, bevor er müde wird, hält länger durch? Bei Gebäuden sieht es nicht anders aus.

Auch hier gilt die goldene Regel: Wer investiert, bevor das Gebäude müde wird, spart Geld und Nerven. Denn je besser das Gebäude in Schuss ist, desto weniger Kosten und Scherereien kommen später auf den Eigentümer zu.

So dürfen die Sanierungsarbeiten nicht ständig nach hinten geschoben werden. Sobald die Immobilie zu schwächeln beginnt, herrscht Handlungsbedarf. Wie wäre es mit ein paar kostenlosen Tipps rund um die Gebäudesanierung?

Energetisch sanieren

Ein Gebäude darf kein Energiefresser sein. Im Gegenteil: Es soll uns beim Energie sparen helfen. Und wie ginge das besser als mit einer energetischen Sanierung? Sprich: Wir erneuern die Wärmedämmung der Aussenwände, des Dachs und des Kellers. Auch neue Fenster sind gefragt – aber nicht irgendwelche Fenster. Im Idealfall verfügen sie über eine Wärmeschutzverglasung, die die Energie im Gebäude bündelt.

Genauso wichtig ist die richtige Heiztechnik. Auf der sicheren Seite stehen Eigentümer mit erneuerbaren Energien wie zum Beispiel mit Solarthermie, Holz, Biogas und sonstiger Biomasse. Wärmepumpen mit Geothermie oder Umwelthtermie sind ebenfalls erwünscht.

Gründliche Kostenplanung bei Fassadensanierung & Co.

Es ist ein offenes Geheimnis: Wer eine Wohnung oder ein Haus sanieren will, muss oft tief in die Tasche greifen – oft sogar zu tief. Denn bei Sanierungsarbeiten flattern schnell unverschämt hohe Rechnungen ins Haus. Umso wichtiger ist eine gründliche Kostenplanung.

Informieren Sie sich bereits im Vorfeld über empfohlene Massnahmen und Materialien für die geplante Gebäudesanierung. Und vergessen Sie bei Ihren Recherchen bitte die Kosten nicht. Nur so bekommen Sie ein Gefühl für angemessene Kostenvoranschläge.

Gut zu wissen: Bei der Gebäudesanierung lohnt sich oft die Expertise eines Fachmanns. Nach einer sorgfältigen Zustandsanalyse schlägt er geeignete Produkte und Massnahmen für das Gebäude vor, kalkuliert die Kosten und fertigt auf Wunsch ein Immobiliengutachten an. Und genau so sichern Sie sich am Ende das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Gründliche Kostenplanung bei Fassadensanierung & Co.

Auch bei der Fassadensanierung gilt: je früher, desto günstiger

Fassadesanierung – nicht nur Schönheit ist wichtig, auch die Isolation

Zustandsanalyse und Gebäudesanierungen: Mehrere Angebote einholen

Bei Gebäudesanierungen können die Honorare von Handwerken und Baufirmen oft stark variieren. Preisunterschiede von bis zu 20 bis 30 Prozent sind hier keine Ausnahme. Umso mehr lohnt sich ab einer Grössenordnung von 2.000 CHF ein Preisvergleich. Holen Sie gleich mehrere Angebote ein und stellen Sie die Preise einander gegenüber.

Ab 2.000 CHF aufwärts empfiehlt der Experte mindestens zwei verschiedene Angebote, ab 10.000 CHF aufwärts mindestens drei Angebote.

Eigeninitiative beweisen

Keine Frage: Natürlich kann sich der Laie keine professionelle Zustandsanalyse aus dem Ärmel schütteln oder mal eben eine aufwendige Altbausanierung durchführen. Kleine Schönheitsarbeiten aber sind durchaus drin und schmälern die Kosten für die Sanierungsarbeiten. Warum also nicht bei Abbrucharbeiten sowie Farben und Tapeten mit anpacken?

Selbst bei einfachen energetischen Massnahmen zahlt sich Eigeninitiative aus. Ob bei den Thermostat-Venti­len oder der Dämmung der Kellerdecke – sogar ohne grosse handwerkliche Erfahrung lässt es sich hier problemlos mit anpacken.

Haus sanieren: Ein Erneuerungsfonds zahlt sich aus

Ach du Schreck, das Dach des Mehrfamilienhauses muss komplett ausgetauscht werden. Das wird kosten. Wo sollen Sie das ganze Geld nur auf die Schnelle herbekommen?

Mit einem Erneuerungsfonds bleibt Ihnen dieses Horrorszenario zum Glück erspart. Das Prinzip: Sie zahlen regelmässig Geld in den Fonds ein und bauen so Schritt für Schritt ein finanzielles Polster für spätere Ausgaben wie eine Fassadensanierung, Kellererneuerung oder Dachsanierung auf. So können Sie die finanzielle Belastung clever auf mehrere Jahre verteilen. Denn Hand aufs Herz: Was gefällt dem Portemonnaie besser? 100.000 CHF auf einmal oder 10.000 CHF in Etappen?

Ein weiterer Vorzug eines Erneuerungsfonds: Wer einen Kredit aufnehmen will, zum Beispiel für einen frischen Anstrich des Treppenhauses, bekommt schneller grünes Licht von den Banken. Denn ein gutes finanzielles Polster sehen die Schweizer Kreditinstitute ausgesprochen gern.

Den Klimawandel im Blick behalten

Bis zu 38 Grad im Sommer, tornardoartige Gewitter, einmal Hagel pro Monat – das Wetter lügt nicht. Schmerzlich erinnert es uns an den Klimawandel, der im Eiltempo voranschreitet. Und genau diese extremen klimatischen Bedingungen gehen natürlich auch an unseren Häusern nicht spurlos vorüber. Ganz im Gegenteil: Wind und Wetter hinterlassen früher oder später ihre Fingerabdrücke. Nicht umsonst bietet sich eine umfassende Gebäudesanierung an, die auch den Klimawandel stets im Auge behält.

Ein Beispiel? Barrierefreie Schwellen an Keller- und Balkontüren sind zwar bequem, aber unpraktisch. So wird nur der Innenraum beim nächsten starken Gewitter in Rekordzeit mit Regenwasser geflutet. Besser sind Stufen mit einer Höhe von mindestens 15 Zentimetern.

Ist das Gebäude bereits 30 bis 40 Jahre alt, lohnt sich eine Zustandsanalyse mit prüfendem Blick auf die Abflüsse – vor allem auf die Abflüsse an den Kellerabgängen. Denn sind diese verstopft oder defekt, kann das Regenwasser nicht mehr vollständig abfliessen.

Genauso empfehlenswert ist eine fachmännische Zustandsanalyse von in die Jahre gekommenen Abdichtungen – insbesondere dann, wenn das Gebäude bereits mehr als 30 Jahre alt ist. Gerade die Abdichtungen der Kellerböden verdienen sich eine erhöhte Aufmerksamkeit. Schliesslich kann jederzeit Grundwasser aufsteigen und sie ins Wanken bringen.

Der Übergang vom Gebäude zum Kanalanschluss ist ebenfalls von Interesse. Aus triftigem Grund: Denn nicht selten fehlen hier sogenannte Rückstauklappen. Gerade in Regionen mit hoher Witterungsbelastung sind diese längst unverzichtbar. Kommt es nämlich regelmässig zu Starkregen, droht schnell eine Überlastung der Kanalisationen. Und je stärker die Kanalisationen überlastet sind, desto wahrscheinlicher treten Rückstauprobleme und Gebäudeschäden durch Hochwasser auf. Die Lösung des Problems – Rückstausicherungen.

Grosser Investitionsbedarf besteht natürlich auch beim Dach. Denn schon kleinere Sturmschäden bedrohen über kurz oder lang die Stabilität der gesamten Konstruktion. So sind regelmässige Prüfungen durch den Dachdecker ein Muss.

Nicht aber nur das Gebäude, auch der Garten kann und soll klimasicher gemacht werden. Ideal sind saugfähige Grünanlagen rund um das Haus, die überschüssige Feuchtigkeit absorbieren. So wird die Kanalisation entlastet und es gelangt kein Regenwasser nach drinnen. Erste Wahl sind Kiesflächen und durchlässige Pflaster – denn je weniger versiegelte Flächen, desto besser. Genauso willkommen sind Zisternen im Garten. Zuverlässig sammeln sie Regenwasser auf, das Sie nach dem Regenguss mühelos in die Kanalisation leiten können.

Und das Beste: Das überschüssige Wasser können Sie jederzeit auch zum Blumengiessen oder für die Waschmaschine und Toilette gebrauchen. So sparen Sie eine Menge wertvolles Trinkwasser.

Haben Sie schon einmal von einem Dachgarten gehört? Inzwischen ist der grüne Trend in aller Munde. Vor allem in Grossstädten wie Zürich, Bern oder Basel breitet er sich rasant aus – nicht aber nur der Nachhaltigkeit wegen. Auch für den Gebäudeschutz kann er einiges tun. Zuverlässig federt das Grün auf dem Dach Niederschläge, UV-Licht und Wind ab – die grössten Risikofaktoren für rissige und undichte Stellen in der Dachsubstanz.

Doch Vorsicht: Bei einem Dachgarten muss ein Profi ans Werk. Denn Hobbygärtner können hier mehr Schaden als Nutzen anrichten. Wird der hohe Garten nämlich falsch bepflanzt, hat die Gebäudesubstanz unter dem Grün zu leiden.

© haus-planen.ch – Autorenteam, Jana Winter – 2.8.2022

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