Warum Immobilien auch zwischen durch «zum Arzt gehen sollten»

Lebenserwartung von Immobilien

Wenn heute ein Kind geboren wird, wird es laut Weltbank 71 Jahre alt, in der Schweiz 83 Jahre alt. 1960 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung weltweit 52 Jahre. Durch die rasante Entwicklung der Medizin und eine deutliche Verbesserung der globalen Ernährungs- und Hygienesituation wurde ein Zuwachs von fast 20 Jahren ermöglicht.

Gibt es ähnliche Fortschritte bei den Immobilien, in denen wir leben und arbeiten? Mit anderen Worten:

Wie lange lebt das Haus heute? Anders als die Lebenserwartung von uns Menschen führt die Weltbank dazu keine Statistiken, aber Experten sind sich einig: Wohngebäude sollen zwischen 70 und 100 Jahre halten.

Immobiliengutachten: Auch Häuser und Wohnungen brauchen einen regelmässigen Check

Immobiliengutachten: Auch Häuser und Wohnungen brauchen einen regelmässigen Check

Immobiliengutachten: Auch Häuser und Wohnungen brauchen einen regelmässigen Check.

Einen ähnlichen Wert hat die Baustatistik: In der Schweiz liegt die sogenannte Erneuerungsrate bei knapp über einem Prozent. Das bedeutet: Jedes Jahr wird etwa eines von 100 Häusern gewechselt. Auch nach dieser Logik werden die Häuser fast 100 Jahre alt. Dies entspricht laut einer Studie des Europäischen Parlaments in etwa der typischen Erneuerungsrate in Europa (Deutschland: 1,5 Prozent, Frankreich: 2 Prozent).

Natürlich sind Einfamilienhäuser nur schwer mit Fertigungswerkstätten oder grossen Bürokomplexen zu vergleichen.

Die richtige Wartung ist jedoch immer ein wichtiger Faktor, um eine optimale Lebensdauer zu erreichen, unabhängig von der Art der Immobilie.

Grundsätzlich kann jedoch festgestellt werden, dass diese Gesamtnutzungsdauer in vielen Fällen deutlich überschritten wird, wenn die Immobilie richtig instandgehalten wird.

Neutrale Sicht auf Sicherheit und Zustand

Für eine korrekte Instandhaltung ist das Wissen über den Immobilienzustand ausschlaggebend. Wenn die Fassade abblättert oder die Klingelanlage defekt ist, sind dies die ersten Anzeichen. Undichte Fenster oder kaputte Briefkästen zeigen auch, ob das Objekt von den Eigentümern, Bewohnern oder der Verwaltungsgesellschaft betreut wird. Jeder Eigenheimbesitzer*innen sollte ebenso die Elektrik überprüfen und einen Blick in den Sicherungskasten werfen lassen.

Für den Laien ist es jedoch schwierig, alle Sachmängel zu erkennen. Daher ist es sinnvoll, einen unabhängigen Immobiliengutachter zu beauftragen.

Dieser prüft beispielsweise die Gebäudestruktur und weist auf möglichen Investitionsbedarf hin. So können beispielsweise veraltete Wasserleitungen oder unzureichender Brandschutz auf Holztreppen schnell fatal werden.

Ob vor dem Bau, während der Bauphase, vor Ablauf der Gewährleistungsfrist oder erst nach 20 Nutzungsjahren: Der neutrale Objektcheck eines Gutachters hilft Ihnen, Mängel an Ihrer Immobilie rechtzeitig zu erkennen und zukünftige Schäden zu vermeiden. Unsere Spezialisten für die rechtzeitige Erkennung von Defekten und Mängeln, erkennen Beschädigungen bevor kostspielige Reparaturen anfallen. Eine Endkontrolle der technischen Anlagen stellt sicher, dass Ihr Zuhause technisch und energetisch die erwartete Lebensqualität bietet.

Für uns Menschen ist klar, je älter wir werden, umso mehr lohnt sich der Gang zum Arzt, der Gesundheitscheck ist selbstverständlich. Auch Immobilien brauchen hin und wieder einen «Arzt».

Ein bestellter und vereidigter Prüfer kann nach einem Check vor Ort das wirtschaftliche Ausmass eventueller Mängel beurteilen. Bei schwerwiegenden Gebäudeschäden kann man für die anschliessende Renovierung schnell genauso viel bezahlen wie für das Haus selbst. Es gibt auch andere Fälle, in denen es sinnvoll ist, einen Immobiliengutachter hinzuzuziehen.

Der Immobiliengutachter weiss, wo Schwachstellen sind

Der Immobiliengutachter weiss, wo Schwachstellen sind

Der Immobiliengutachter weiss, wo Schwachstellen sind.

Einflüsse auf Zustand von Häusern – Vorausdenken lohnt sich

Durch den Klimawandel werden die Starkregenmengen zunehmen. Wärmere Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf. Das Klima ist bereits dabei, sich zu verändern. Seit 1901 haben starke Regenfälle die Niederschlagsmenge in der Schweiz um 12 Prozent erhöht. Die Ereignisse von 2005 waren ein Weckruf und eine gnadenlos aufgedeckte Knappheit. Überschwemmungen haben beispielsweise gezeigt, dass in vielen Gewässern zu wenig Platz ist.

Seither hat der Bund 4,5 Milliarden Franken in den Hochwasserschutz, bauliche Massnahmen an Flüssen und Seen investiert. Gemeinden und Kantone tragen die Hauptverantwortung für die Prävention. Was kann ich als Hausbesitzer*innen tun, um mich vor Hochwasser zu schützen? Denken Sie beim Hausbau am besten vorher an den Hochwasserschutz, dieser kostet nicht viel. Nachrüsten ist billiger als die Sanierung nach einem Hochwasser.

Meist werden die Immobilien nach einem Hochwasser wieder gut instandgesetzt. Lassen Sie sich vom ersten Eindruck nicht täuschen. Auch wenn das Haus gut aussieht, gibt es oft versteckte Mängel, die erst bei genauerem Hinsehen zu erkennen sind. Im Nachhinein können sich die Mängel verschlimmern zu einem enormen Investitionsbedarf führen. Daher sollten Eigenheimbesitzer solche Defekte schnell erkennen.

Insbesondere genutzte Immobilien, die innen von Fachwerkwänden oder Holzbalkendecken getragen werden, sollten bei Verdacht auf biotische Schäden (z. B. Fäulnis, Insektenbefall) von einem Fachmann überprüft werden. Handelt es sich um einen echten Hausschwamm, dann ist dieser Pilz auch in anderer Form sichtbar. Bei der Nassfäule unterscheiden Experten zwischen Braunfäule und Weissfäule. In jedem Fall werden dann einzelne Holzproben zur Analyse an spezielle Labore geschickt.

Neben Holzbalken, die für die Statik wichtig sind, kann Hausschwamm auch andere organische Stoffe wie Tapeten angreifen.

In solchen Fällen besteht die Gefahr kostspieliger und zeitaufwendiger Reparaturen. Mit einem sehr teuren weiteren Unterhalt für das Haus. Ein Gutachter entnimmt selbst Materialproben oder beauftragt einen externen Materialprüfer. Im schlimmsten Fall muss das Gebäude komplett entkernt werden. Gleichzeitig wäre eine weitere Nutzung des Wohngebäudes für private Zwecke mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Solche Fälle sind sehr selten, kommen aber in der Praxis vor.

Der Immobiliengutachter und sein Wissen

Qualität, Sorgfalt, Präzision und maximale Sicherheit, diese Eigenschaften sind überall von Vorteil, aber gerade in dem Bereich «Immobilien» oft erfolgskritisch. Mit einem Gutachter als verlässlichem Partner an Ihrer Seite gehen Sie bei Ihrem Eigenheim kein Risiko ein und vermeiden einen überhöhten Unterhalt für das Haus. Experten unterstützen, bewerten und prüfen Ihren Lebenstraum zuverlässig auf mögliche Schäden. Diese Dienstleistungen sind auf Ihre Bedürfnisse und Erwartungen zugeschnitten. Sie bleiben am Puls der Zeit, erweitern Ihren Wissensstand und senken den Unterhalt für das Haus bei möglichen Folgeschäden.

Wie bereits erwähnt, hat gewerbliches oder privates Eigentum eine begrenzte Lebensdauer. Grundstückseigentümer*innen haben jedoch die Möglichkeit, die Restnutzungsdauer des Gebäudes um mehrere Jahre zu verlängern. Einer der wichtigsten Bestandteile dieser Erweiterungsmaßnahmen ist der regelmäßige Check der Immobilie. Dazu gehört zum einen die Wartung einzelner technischer Komponenten wie Heizung, Kanalisation und Elektroleitungen. Aber auch die Instandhaltung externer Bestandteile trägt zum Erhalt des Gebäudes bei.

Ein Check von einer Fachperson mag uns wegen der erwarteten Kosten zuerst etwas abschrecken. Doch Aufwände entstehen immer, entweder vorher oder nachher und im Nachhinein sind sie oft höher. Ausgeben für kompetente Gutachter sind eine sinnvolle Investition in die eigene Immobilie.

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Fragen und Antworten

Was kostet ein Immobilien-Gutachten?

Die Kosten einer Immobilienbewertung hängen in erster Linie von der Art der Immobilie ab. Eine Eigentumswohnung lässt sich mit weniger Aufwand überprüfen als ein Einfamilienhaus, bei dem eine Vielzahl von Einflussfaktoren berücksichtigt werden müssen. Ausserdem kommt es darauf an, ob es sich um ein einfaches zusammenfassendes Immobiliengutachten oder um eine rechtliche Verkehrswertmeldung handelt.

Was beeinflusst das Immobilien-Gutachten?

Bei der Ermittlung des Wertes können verschiedene Einflussfaktoren das Ergebnis beeinflussen. Dies ist nicht ungewöhnlich, denn es gibt immer einen gewissen Spielraum im Bewertungsprozess.

Worauf achtet der Immobiliengutachter?

Das Immobilien-Gutachten erfolgt in mehreren Stufen. Der Gutachter erhält zunächst Unterlagen wie einen Bebauungsplan, eine Beschreibung des Gebäudes und Bescheinigungen über bereits durchgeführte Sanierungsmassnahmen. Dadurch kann er sich ein Bild von der Lage der Immobilie und dem Grundriss machen. Anschliessend erfolgt eine gründliche Überprüfung der Immobilie auf Beschädigungen. All diese Faktoren fliessen dann zusammen mit der Gesamtmarktbewertung in das Immobilien-Gutachten mit ein.

© Haus-Planen.ch/E. Lena – 15.11.2021

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