Spielplätze Planung und Ausführung

Spielplatzgeräte – Entwicklung, Sicherheit und sich wohlfühlen

Spielplatzgeräte sind enorm wichtig für die Erholung und körperliche Entwicklung der Kinder. Für einen gut funktionierenden Spielplatz müssen diverse Punkte berücksichtigt werden. Ein Beispiel ist die Umsetzung der Sicherheisnormen. Der Grundpfeiler bildet daher eine umsichtige Planung des Spielplatzes. Mit entscheidend für Entwicklung und Sicherheit ist die Wahl der entsprechenden Spielplatzgeräte und die Voraussetzungen, die ein möglicher Ort mit seiner Umgebung bietet.

Spielplätze - Entwicklung, Sicherheit und WohlfühlenNachfolgende Punkte sind bei der Planung eines Spielplatzes zu beachten:

Grundstück: Können die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Bauvorschriften für die Erstellung eines Spielplatzes eingehalten werden?
Benutzer: Passen die Geräte wirklich zur Altersgruppe, die den Spielplatz benutzen wird? Weniger ist mehr – nicht zu viele Geräte auf den Platz anordnen, damit er überfrachtet wirkt.
Vorschriften: Welche Normen und andere Standards bzw. Gesetze müssen eingehalten werden?

Bei den Materialien gibt es grosse Unterschiede

Jedes Material hat natürlich seine Berechtigung und seine Einsatzgebiete. Jedoch kann nicht jedes Material in jedem Einsatzgebiet glänzen. Aber auch in dieser schwierigen Entscheidungsphase helfen Normen und geben die Richtung an. Hier sind z. B. die EN 350-1, EN 350-2, DIN 68800 und DIN 68364 zu nennen, die die Klassifizierung der Bauhölzer und falls nötig deren Imprägniermittel und Verfahren festlegen.

Den Spielplatz-Aufbau selber ausführen?

Beim Aufbau der Spielgeräte muss man sich darüber informieren, ob die Gewährleistung und/oder das Zertifikat weiterhin Bestand hat, oder ob nun alle Verantwortung und Risiken bei dem Aufsteller liegen. In diesem Zuge muss über den Aufbau oder den evtl. falschen Aufbau der Geräte nachgedacht werden. Es sind Montageanleitungen erhältlich und es sind erfahrene Montageteams im Einsatz, doch werden immer häufiger Geräte beanstandet, die vom Betreiber selbst aufgebaut wurden. Es wird an den Kosten gespart, frei nach dem Motto «Das können unsere Leute doch selbst». Viel wichtiger als Kosten ist die Sicherheit der Kinder!

Sollen Spielplatzgeräte zertifiziert sein?

Wurde das Gerät auf Herz und Nieren geprüft und zertifiziert? Üblicherweise werden Spielplatzgeräte einer Baumusterprüfung von einem unabhängigen Prüfinstitut unterzogen. Die Geräte können dann mit einem GS-Zeichen oder mit einem TÜV-Mark gekennzeichnet werden. Diese Geräte entsprechen dem Stand der Technik und sollten bei richtigem Aufbau und Beachtung der Sicherheitsabstände und dem richtigen Fallschutz ein Maximum an Sicherheit für die Kinder gewährleisten. Dieses wird immer häufiger zusätzlich zur Baumusterprüfung durch eine Vorortabnahme nach Fertigstellung des Spielplatzes sichergestellt.

Weiterführende Links zum Thema Kinderspielplatz:

Kinderspielplätze – Haftung, Präventivmassnahmen

Unfall auf dem Kinderspielplatz – und wer haftet nun?

Auf Kinderspielplätzen können Unfälle passieren. Wer ist dann haftbar? Eine Einschätzung von Reto Ramstein (Jurist).

Haftung des Werkeigentümers

Spielplätze: Entwicklung mit GefahrpotenzialErleidet ein Kind auf dem Spielplatz einen Schaden, so stellt sich die Frage nach der Werkeigentümerhaftung gemäss Art. 58 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR), sofern der Kinderspielplatz als Werk angesehen wird; als Werke gelten stabile, mit der Erde direkt oder indirekt verbundene, künstlich hergestellte oder angeordnete Gegenstände d.h. auch Spielgeräte wie Schaukeln, Rutschen etc. (Quellen: Schweizerischer Verband für Wohnen, Broschüre Recht, wohnen 4 / 2006, Wer haftet auf dem Kinderspielplatz, wbg-schweiz.ch, Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu, bfu.ch, Unerlaubte Handlung, Informationen zum ausservertraglichen Haftpflichtrecht / Deliktsrecht in der Schweiz, unerlaubte-handlung.ch).

Eine Werkeigentümerhaftung auf dem Kinderspielplatz wird aber nur dann bejaht, wenn die Spielgeräte mangelhaft sind, indem der Gebrauch, zu dem die Spielgeräte bestimmt sind, keine genügende Sicherheit bieten. Aus diesem  Grund hat die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) verschiedene Merkblätter verfasst, welche die notwendige Beschaffenheit von Schaukeln und Rutschen und weiterer Spielgeräte bestimmt; diese Merkblätter können im Internet heruntergeladen werden (vgl. bfu.ch). 

Sicherheitsvorkehrungen / Wartung des Kinderspielplatzes

Der Werkeigentümer eines Spielplatzes kann sich von seiner Haftung befreien, wenn er nachweist,  dass er bei der Erstellung und beim Unterhalt  alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat, so darf z.B. der Auslauf einer Rutschbahn nicht in der Nähe des Sandkastens enden etc. Allenfalls ist es auch möglich, dass der Werkeigentümer – aufgrund des Produktehaftpflichtgesetzes – die Haftung auf den Hersteller des Spielgeräts übertragen kann. Wenn der Hauswart aber feststellt, dass z.B. bei einer Schaukel die abfedernde Puffer nicht mehr vorhanden ist, so muss die Schaukel zwingend gesperrt und repariert werden. (Quellen: der Beobachter, Spielanlagen Gefahren unter freiem Himmel, beobachter.ch, Schweizerischer Verband für Wohnen, Broschüre Recht wohnen 4 / 2006, Wer haftet auf dem Kinderspielplatz, wbg-schweiz.ch).

Im Grundsatz müssen beim Kinderspielplatz deshalb regelmässige Kontrollen durch den Werkeigentümer durchgeführt werden. Kinder sind nicht immer vorsichtig und sie können den Spielplatz auch zweckwidrig nutzen; ist ein solches Risiko voraussehbar und werden keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen – welche technisch möglich und nicht zu kostspielig sind – kann insofern eine Haftung des Werkeigentümers durchaus bejaht werden. Für Kinderspielplätze gelten in dieser Hinsicht verbindliche Sicherheitsnormen (SN EN 1176: 2008-09 «Spielplatzgeräte und Spielplatzböden» ; SN EN 1177: 2008-09 «Stossdämpfende Spielplatzböden»), welche bei der Projektplanung, der Realisierung, dem Betrieb und der Wartung erfüllt sein müssen. 

Haftung der Eltern

Kinder können die Konsequenzen ihres gefährlichen Verhaltens nicht immer abschätzen und werden deshalb nicht verantwortlich gemacht; es stellt sich hiermit die Frage nach der Haftung der Eltern, welche für den von ihrem Kind verursachten Schaden auf dem Kinderspielplatz einzustehen haben, sofern sie nicht beweisen, dass sie bei der Beaufsichtigung ihres Kindes die notwendige Sorgfalt berücksichtigt haben (ZGB 333). Bei sehr ausgefallen Verhalten von Kindern auf dem Spielplatz (z.B. Steine werfen auf Rutschbahn etc.), ist deshalb der Werkeigentümer an und für sich auch nicht verpflichtet, entsprechende Vorkehrungen zu treffen; hier sind die Eltern als Aufsichtspersonen gefordert (vgl. BGE 130 III 736). (Quellen: Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu, bfu.ch, Unerlaubte Handlung, unerlaubte-handlung.ch, Schweizerischer Verband für Wohnen, Broschüre Recht wohnen 4 / 2006, Wer haftet auf dem Kinderspielplatz, wbg-schweiz.ch).

Autor: Reto Ramstein, Jurist

Weiterführender Tipp zum Thema Kinderspielplätze:

Anforderungen an Spielplatzgeräte

Ein Spielplatz ist Treffpunkt von Kindern und oft auch deren Müttern oder gar von ganzen Familien. Dementsprechend soll er angelegt werden. Auf einem gemütlich eingerichteten Spielplatz mit schön bepflanzter Umgebung verweilt man gerne.

Spielen ist für Kinder wichtig und fördert die körperliche Entwicklung

Bild zeigt einen Kinderspielplatz

Jeder soll auf seine Kosten kommen

Die Spielplatzgeräte sollen so ausgewählt werden, dass verschieden altrige Kinder auf ihre Kosten kommen und sich auf dem Spielplatz austoben können. Zudem ist bei der Auswahl von Geräten auf eine Kombination zu achten, bei der sich Kinder entweder alleine vergnügen können, sie aber auch die Möglichkeit haben, gemeinsam zu spielen. Da gibt es von Rutschbahnen über Wippgeräte, Schaukeln und Kletterbäume bis hin zu Rundlauf und Spieltürmen mit Kletternetz. Zudem sind Bänke oder andere Sitzgelegenheiten für die Erwachsenen nicht zu vergessen.

Sicherheit hat oberste Priorität

Sicherheit ist eine wichtige Komponente auf Spielplätzen. Die Geräte müssend zwingend fachmännisch aufgebaut werden und sollten regelmässig kontrolliert werden. Vor allem auf öffentlichen Spielplätzen schreibt die BfU (Beratungsstelle für Unfallverhütung) einiges vor: So unter anderem, wie viel Abstand zwischen den einzelnen Geräten eingehalten werden muss und wie der Bodenbelag, der so genannte «Fallschutz» auszusehen hat (stossdämpfende Böden). Einige Lieferanten gewähren eine Spielplatzwartung, bei der regelmässig die Spielplätze und Geräte auf ihre Tüchtigkeit überprüft werden. Besonders bei öffentlichen Spielplätzen ist dies dringend zu empfehlen.

Unfälle sind nicht immer zu vermeiden, aber zu minimieren

Spielende Kinder verletzen sich immer mal wieder. Auch auf gut eingerichteten Spielplätzen kann dies geschehen. Drum ist es wichtig, dass die Begleitperson die ganz kleinen Kinder auf dem Spielplatz nicht sich selbst überlässt, sondern immer ein Auge auf sie hat. Und den älteren Kinder muss man vielleicht auch mal erklären, dass sie für gewisse Spielplatzgeräte noch ein wenig zu klein sind oder ihnen die nötige Unterstützung anbieten.

 

Indoor Spielturm – die Allwettervariante

 

Spielplatz – entwicklungsfördernd und betreuend

Eltern von Kleinkindern wissen, wie wichtig Spielplätze in Einkaufszentren sind. Noch viel wichtiger als Outdoor- sind Indoor-Spielplätze. Wer einen Grosseinkauf machen will, möchte dies ohne die Kinder machen. Der Grund liegt auf der Hand, insbesondere Kleinkinder haben oft nicht die nötige Geduld und fordern die Nerven ihrer Eltern. Betreute Indoor-Spielplätze sind deshalb ein Mehrwert. Schon ein einfacher Spielturm bietet ein Anreiz für die Kids. Doch damit nicht genug. Spieltürme und andere Spielgeräte können auch im eigenen Heim, wenn genug Platz vorhanden ist, oder bei Überbauungen mit mehreren Wohneinheiten ein Thema sein. Niemand geht gerne bei eisigen Temperaturen oder Dauerregen nach draussen. Indoor Spielplätze bieten eine sinnvolle Alternative zu stundenlangem Computerspiel.

Spielturm Zugang zeitlich begrenzen

Der Spielturm sollte nicht dauerhaft zugänglich sein, weil er sonst für die Kids an «Wert» verliert. Der Zugang zu diesem aussergewöhnlichen Spielgerät zu Hause kann zeitlich begrenzt sein. Zum Beispiel am Samstag- oder Sonntagmorgen. Dann, wenn Vater und Mutter ausschlafen möchten. Ein Spielturm im Eigenheim ist eine sinnvolle Investition, wenn sie sinnvoll eingesetzt wird.

 

 

Der Spielplatz – kleines Paradies für Kinder

Nimmt man sich etwas Zeit, um Kindern beim Spielen auf einem Spielplatz zuzusehen, stellt man schnell fest, wie wichtig das Spiel im Freien für eine gesunde Entwicklung des Kindes ist. Körper und Geist sind involviert und auch die Sinne werden aktiv eingesetzt. Ebenso werden beim Spiel im Freien Geschicklichkeit, Muskelkraft, Verstand und auch das soziale Verhalten trainiert.

Gerade in einer digitalisierten und virtuell geprägten Zeit, wie sie Kinder heute erleben, ist als Ausgleich das Spiel im Freien besonders wichtig. Deshalb sollte beim Hauskauf oder –bau darauf geachtet werden, dass es genügend Raum für Spielmöglichkeiten im Freien gibt.

Attraktivität eines Spielplatzes aus der Sicht des Kindes

Für Kinder ist nicht in erster Linie die Quantität der Spielgeräte entscheidend, sondern vielmehr die Qualität, die ihnen ein Spielplatz zu bieten hat. Einen Spielplatz mit Sträuchern und Bäumen, die man als Versteck, zum Hüttenbau usw. nutzen kann, ziehen Kinder einem Spielplatz vor, der zwar manche Geräte zu bieten hat, jedoch in einer sterilen und mit Beton verbauten Umgebung steht. Ein Baumstamm, der zum Balancieren oder Wippen einlädt, wirkt mindestens so anziehend wie ein Klettergerüst aus Metall.

Bedenken sollte man auch, dass Kinder, die sich draussen austoben können, glücklicher und ausgeglichener sind. Ausserdem können sie sich eher selber beschäftigen und schlafen besser als Kinder, die ihre Freizeit vorwiegend vor dem Fernseher oder dem Computer verbringen, wo sie  alles «serviert» bekommen.